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Cloudflare widerspricht den Bedenken der MPA und RIAA

Cloudflare widerspricht den Bedenken der MPA und RIAA

Artikel von Bill 19. Oktober 2019

Cloudflare ist frustriert über die anhaltende Kritik der Unterhaltungsindustrie, die dem Unternehmen vorwerfen, Piratenseiten zu unterstützen. In einem Schreiben an die US-Regierung weist der CDN-Anbieter diese Behauptungen noch einmal zurück und betont, dass er nicht verpflichtet sei, potenziell rechtsverletzende Websites abzuschalten.

Anfang dieses Monats schickten mehrere Urheberrechtsgruppen ihre jährlichen „Notorious Markets“-Beschwerden an den US-Handelsbeauftragten. Die Empfehlungen sollen bekannte Piraterieseiten, Apps und Dienste aufrufen, aber auch Cloudflare wird häufig erwähnt.

Cloudflare steht zu unrecht in Kritik

Der amerikanische CDN-Anbieter kann nicht offiziell gelistet werden, da es sich nicht um ein ausländisches Unternehmen handelt. Die Rechteinhaber haben jedoch die Gelegenheit genutzt, darauf hinzuweisen, dass der CDN-Dienst Piraterieseiten bei ihren rechtsverletzenden Tätigkeiten unterstützt. Die MPA und RIAA schrieben zum Beispiel, dass Cloudflare die Strafverfolgung behindert, indem es Piratenseiten hilft, ihre Hosting-Standorte zu verstecken. Darüber hinaus wies die Digital Citizens Alliance (DCA) darauf hin, dass das Unternehmen die Verbreitung von Malware unterstützt. Diese Woche hat Cloudflare auf diese Vorwürfe reagiert. In einem Statement, das an den Direktor für Innovation und geistiges Eigentum, den US-Handelsbeauftragten, gerichtet ist, schrieb Doug Kramer, dass diese Berichte in keinster Weise mit der Arbeitsweise des Unternehmens übereinstimmen.

„Meine Kollegen und ich waren frustriert, dass wir immer wieder falsche Behauptungen über unser Geschäft und unsere Dienstleistungen gefunden haben“, schreibt Kramer.

So konzentriert sich beispielsweise die neueste Überprüfung des US-Handelsbeauftragten speziell auf Malware-Probleme. Laut Cloudflare sind ihre Dienste darauf ausgerichtet, solche Bedrohungen zu minimieren.

„Unser System nutzt die Kollektivdaten aller Objekte in unserem Netzwerk, um unsere Web Application Firewall zu unterstützen und sofort zu aktualisieren. Diese kann die Malware sofort blockieren. Sie verhindert, dass sie den Zielserver einer Website erreicht. Dies schützt die vielen Inhaltsanbieter, die unsere Dienste für ihre Websites nutzen, sowie die Nutzer ihrer Websites vor Malware“, schreibt Kramer.

DCA-Bericht sei ungenau und veraltet

Die Einreichung der DCA, die einen Bericht der Gruppe aus dem Jahr 2016 enthielt, ist veraltet und ungenau, laut Cloudflare. Einige der genannten Domains sind z.B. keine Cloudflare-Kunden mehr. Darüber hinaus hat die DCA niemals Malware-Beschwerden an den CDN-Dienst geschickt. Cloudflare hat sich zuvor nach seinem Malware-Bericht an die DCA gewandt. Diese Bemühungen erwiesen sich jedoch als erfolglos, schreibt das Unternehmen.

„Trotz unserer wiederholten Versuche, zusätzliche Informationen zu erhalten, via
Telefon oder E-Mail, hat die DCA mindestens drei Telefonate abgelehnt. Des Weiteren weigert sie sich, spezifische Informationen zur Verfügung zu stellen, die es uns ermöglicht hätten, die Existenz der Malware zu überprüfen und die Benutzer vor maliziösen Aktivitäten im Internet zu schützen.“

Kramer weist darauf hin, dass das Unternehmen ein Trusted Reporter-Programm hat, dass die Beschwerden, einschließlich die der RIAA, häufig aufgreifen. Dieses Programm hilft Rechteinhabern, die tatsächlichen Hosting-Standorte von Cloudflare-Kunden, die an einer Urheberrechtsverletzung beteiligt sind, zu ermitteln.

Cloudflare wird weiterhin mit RIAA und MPA zusammenarbeiten

Obwohl Cloudflare zugibt, dass es nicht alle rechtsverletzenden Akteure online stoppen kann, wird es weiterhin mit der RIAA, der MPA und anderen zusammenarbeiten. Sie werden ihnen alle relevanten Informationen zur Verfügung stellen, die sie für ihre Ermittlungen benötigen.

Ihre Einreichungen für den Notorious Markets-Bericht scheinen Cloudflare unter Druck zu setzen, rechtsverletzende Websites für sie zu identifizieren und zu schließen. Aber das ist etwas, wozu Cloudflare nicht verpflichtet ist.

Obwohl es technisch möglich wäre, würde es das Unternehmen herausfordern, erhebliche Ressourcen für die Aufgabe bereitzustellen. Diese Ressourcen werden derzeit benötigt, um ihr Hauptziel zu erreichen, nämlich die Sicherheit des Internets zu gewährleisten und die Benutzer vor Malware und anderen Risiken zu schützen.

Tarnkappe.info

Beitragsbild: von Markus Spiske auf Unsplash

Inhalt abgerufen von: https://tarnkappe.info/cloudflare-widerspricht-den-bedenken-der-mpa-und-riaa/.

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